Erich Fries: Wie gut, daß de Karl die Stadt Frankfort gegründ´t

Vor zwölfhunnert Jahr’n,
Wie die Zeit doch verrinnt,
Da hat Kaiser Karl
Die Stadt Frankfort gegründ’t
Un jeder der herkimmt
Desselbe empfind’t:
„Wie gut, daß de Karl
Die Stadt Frankfort gegründ’t!“

Es gab mal ne Zeit,
Ach, wie lang is des her,
Da gab’s hier nur Urwald
Un runderum Meer.
Da hawwe die Saurier
Die Geeschend beherrscht,
Un wen die entdeckte
Der hat sich geferscht!

Allmählich wurd’s wärmer,
Des Meer des verschwand,
E Flußbett verblieb
Nebst viel fruchtbarem Land,
Bis Mensche dann kame
Die’s Land kultiviert,
Die sin - noch im Bär’nfell -
Am Maa rumspaziert!

Denach kame Römer
Vom Tiber enuff,
Sie hörte vom Taunus
Un freute sich druff.
Ihr’n Stiwwel Italien
War dene zu eng,
Doch hinner des Saalborsch
Bekame se Fäng!

Als später de Karl
Mit seim Heer uff de Flucht -
Sich jenseits vom Maa
Gern hätt’ Rettung gesucht,
Sieht er, dank ner Herschkuh,
Die Furt in dem Fluß;
„Zum Dank gründ’ ich Frankfort!“
Is druff sein Entschluß!!

Er macht auch gleich wahr
Wovon wir profitier’n
Nach zwölfhunnert Jahr’n
Ihm dezu gratulier’n,
Weil jeder der herkimmt
Desselbe empfind’t:
„Wie gut, dass de Karl
Die Stadt Frankfort gegründ’t!“

P.S.
Die Stadtgründung gab es zu gar keiner Zeit,
Mei dichterisch Freiheit, hier geht se zu weit!

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