Der Stoltze-Preis

Anläßlich der Eröffnung des Stoltze-Museums der Stadtsparkasse Frankfurt (heute Frankfurter Sparkasse) im Jahre 1978 stiftete der Frankfurter Juwelier Johannes Lueg den Stoltze-Preis für Bürger, die sich um die Pflege des kulturellen Erbes in Frankfurt besonders verdient gemacht haben. Die Freunde Frankfurts / Verein zur Pflege der Frankfurter Tradition e.V. verleihen den Preis. Der „Stoltze-Preis – gestiftet von Juwelier Johannes Lueg“ ist ein Ehrenpreis: eine acht Zentimeter hohe Stoltze-Figur aus Massiv-Silber auf einem Granitsockel. Die Figur wurde von Bildhauer Edwin Hüller nach dem Vorbild der von Friedrich Schierholz geschaffenen Büste auf dem Stoltze-Brunnen, der fünf Jahre nach Stoltzes Tod 1891 auf dem Hühnermarkt in unmittelbarer Nähe des Geburtshauses Stoltzes (Gasthaus zum Rebstock) errichtet wurde und heute hinter der Katharinenkirche steht (Friedrich-Stoltze-Platz).

Stoltze-Preis

Der Stoltze-Preis wird im Turnus von zwei Jahren verliehen. Die Verleihung des Stoltze-Preises 1992 wurde ein Jahr vorverlegt ins Friedrich-Stoltze-Jubiläumsjahr (175. Geburtstag, 100. Todestag).

Seit 1991 findet die Verleihung im Kaisersaal des Römers statt. Seitdem überreicht der Oberbürgermeister bzw. die Oberbürgermeisterin oder der Kulturdezernent bzw. die Kulturdezernentin den Preis.

Den Stoltze-Preis erhielten:

  • 1978 Liesel Christ und Richard Kirn
  • 1980 Dr. Waldemar Kramer und Prof. Dr.Wolfgang Klötzer
  • 1982 Prof. Albert Richard Mohr
  • 1984 Lia Wöhr
  • 1986 Dr. Günther Vogt
  • 1988 Prof. Hilmar Hoffmann
  • 1990 Werner Wirthle
  • 1991 Johann Philipp Freiherr von Bethmann
  • 1994 Bürgermeister a. D. Dr. Hans-Jürgen Moog
  • 1996 Franziska Lenz-Gerharz und Helmut Lenz
  • 1998 Jutta W. Thomasius
  • 2000 Wolfgang Kaus
  • 2002 Robert Gernhardt
  • 2004 Senator E.h. Carlo Giersch
  • 2006 Prof. Christoph Mäckler
  • 2008 Hans-Otto Schembs
  • 2010 Prof. Claus Helmer

Friedrich Stoltze (1816-1891) war und ist der bedeutendste Mundartdichter Frankfurts, darüber hinaus Journalist und Kämpfer für Freiheit und Demokratie. Johann Philipp Freiherr von Bethmann, langjähriger Vorsitzender und heutiger Ehrenvorsitzender der Freunde Frankfurts, Stoltze-Rezitator und Stoltze-Preisträger, hat in seiner Einleitung zur Stoltze-Biographie von Johannes Proelß / Günther Vogt geschrieben: „Er (Stoltze) hatte für alle gesprochen und geschrieben, gekämpft und gelitten, für alle Bürger dieser Stadt, für ihre Rechte, für ihre Freiheiten. Er ist einer, auf den sich jeder berufen kann, der sch zu liberalen Traditionen bekennt.“ Friedrich Stoltze deckte in unverwechselbarem Stil mit den Merkmalen liberal-toleranter Haltung, der Paradoxie, der Übertreibung und des Humors die kleinen und großen Schwächen der Frankfurterinnen und Frankfurter, vor allem der kommunalen wie nationalen Politiker schonungslos auf – und ist dabei, was stets überrascht oder vielleicht auch gar nicht so überrascht, hochaktuell.

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