75 Jahre Bund tätiger Altstadtfreunde

Freunde Frankfurts 1922-1997

Vorwort

Buch: 75 Jahre Bund tätiger AltstadtfreundeNach dem Tod des Altstadtvaters Fried Lübbecke im Oktober 1965 schien das Schicksal des Bundes tätiger Altstadtfreunde besiegelt. Ohne Fried Lübbecke, der den Altstadtbund am 12. April 1922 gegründet hatte und zeit seines Lebens dessen Vorsitzender gewesen war, und ohne die Frankfurter Altstadt, die 1944 unwiederbringlich in Schutt und Asche gesunken war, gab es keine Basis mehr für den Altstadtbund. Die verbliebenen noch wenigen Mitglieder jedoch entschieden sich für einen Fortbestand des Bundes, allerdings, aufbauend auf den Ideen des kulturpolitisch engagierten Journalisten Heinrich Heym, mit erweiterten Aufgaben und mit einer zeitgemäß veränderten Zielsetzung und mit einem neuen Namen. So entstanden im Oktober 1966 die Freunde Frankfurts/Verein zur Pflege der Frankfurter Tradition. Sie setzen satzungsgemäß den Bund tätiger Altstadtfreunde fort. Das Gründungsjahr des Altstadtbundes ist daher auch das Gündungsjahr der Freunde Frankfurts, und Fried Lübbecke bleibt ihr Gründer.

Auf der Suche nach zur Mitarbeit am Neuaufbau bereiten Mitgliedern sprach 1966 Heinrich Heym auch mich an. Es galt die Erinnerung an das Verlorene wachzuhalten und das noch Gebliebene zu bewahren. Das lag auch mir am Herzen. So sagte ich zu. Auch mein Vater Moritz von Bethmann, der in diesen Herbsttagen des Jahres 1966 starb, war 1922 dem Bund tätiger Altstadtfreunde beigetreten und hatte als Kassenführer im Vorstand gewirkt.

Die vorliegende Jubiläumsschrift möchte an die Gründung und an die Aufgaben des Bundes tätiger Altstadtfreunde erinnern, dem es danach in kurzer Zeit gelungen war, die Frankfurter Altstadt bewohnbar und zu einem sehenswerten Schmuckstück zu machen. Ferner dokumentiert sie zum ersten Mal die Fülle und Vielfalt der Tätigkeit der Freunde Frankfurts: Stärkung des Geschichtsbewußtseins, Einsatz für die Erhaltung historischer Bauwerke, Pflege des Frankfurter Brauchtums, im besonderen der Mundart. Die Freunde Frankfurts setzten sich zu ihrer Entstehungszeit 1966 für den Wiederaufbau der Hauptwache ein, die dem U-Bahn-Bau hatte weichen müssen. Deshalb wurde als Signet des Vereins die Hauptwache gewählt. Später engagierten sie sich mit Erfolg für die Alte Oper, die Römerberg-Ostseite, den Eschenheimer Turm. So ist es auch sinnvoll, daß das Domizil der Freunde Frankfurts seit 1992 Frankfurts ältestes Fachwerkhaus ist. Die Chronik des Vereins wird ergänzt durch einen Beitrag von Prof. Dr. Wolfgang Klötzer, dessen historische Vorträge über Alt-Frankfurt schon in den sechziger und siebziger Jahren die Mitglieder fesselten, und durch eine Auswahl von poetischen Werken unserer Mitglieder.

Johann Philipp Freiherr von Bethmann
Vorsitzender der Freunde Frankfurts

nach oben